Die Arbeit

Hallo liebe Leser,

nachdem ich im ersten Bericht den Weg zur Arbeit und zurueck beschrieben habe, möchte ich jetzt auf die Arbeit an sich zu sprechen kommen.

Ich arbeite hier im Lapland Vocational College (Berufsschule) mit Jari zusammen. Er ist Lehrer und auch der Koordinator unserer Reise. Mein Arbeitsplatz ist eines der Lehrerzimmer! Oft genug sitze ich dort alleine, weil alle Lehrer eine Unterrichtsstunde geben oder schon Feierabend haben. In Deutschland wäre das wahrscheinlich unvorstellbar.

An dieser Stelle lohnt es sich vielleicht auf die Unterschiede zwischen dem deutschen und finnischen Schulsystem einzugehen. Die Klassen in FIN sind viel kleiner, meist nur 10 bis 15 Schueler. Alle Klassen sind gut ausgestattet (PCs, Beamer, etc.). In der Bibliothek stehen jedem Schueler 18 internetfähige Rechner zur Verfuegung. Weitere befinden sich auf den Gängen. In der ganzen Schule stehen Sitzecken (die nicht vollgeschrieben oder aufgeschlitzt sind). Vor dem Gang in die Cafeteria ist man angehalten seine Jacke draussen aufzuhängen. Das war am Anfang etwas ungewohnt, aber die Jacke hängt immer noch da, wenn ich nach den Pausen zurueckkehre. Die Unterschiede sind also schon gross.

Das eigentliche Arbeiten macht Spass. Zu Anfang haben Tina, Nora und ich eine Präsentation ueber Finnland und Rovaniemi erstellt. Da wir nicht unvorbereitet in dieses fremde Land gekommen sind mussten wir unser Vorwissen eigentlich nur noch in PowerPoint-Form bringen und die Fakten mit Bildern untermalen.

Meine Hauptaufgabe ist es das Thema „internationale Angelegenheiten“ an der Schule voranzubringen. Dabei soll ich vor allem eigene Ideen entwickeln und einbringen. Zwei Berlinerinnen, die fuer einen Monat hier sind, unterstuetzen mich bei meiner Arbeit.

So haben wir drei Klassen interviewt. Die Hauptfrage war, was sie denken wie man das Schulleben internationaler gestalten kann, so dass jeder mit diesem Thema in Kontakt kommt. Da die Finnen extrem schuechtern sind und nur wenig Englisch sprechen war die Aufgabe durchaus schwierig.

Am nächsten Tag sind wir mit Markus, dem Sportlehrer durch die halbe Stadt gelaufen und haben dann mit ihm, Erkki, dem Schulpsychologen, und ein paar finnischen Schuelern am See gegrillt.

Am darauffolgenden Tag haben wir die Schuelerinterviews ausgewertet und einen zweiseitigen Fragebogen erstellt. Diesen werden wir morgen (Freitag, 25.01.) an alle Schueler schicken. Wir sind gespannt, wieviele antworten werden.

Des weiteren haben wir eine PPP ueber Berlin und typisch deutsches Essen erstellt, die wir dann am nächsten Tag vor einer Klasse von zukuenftigen Köchen vorgestellt haben. Die Reaktionen der Schueler waren ………emotionsgeladen. Mal ein Kopfschuetteln, mal ein Nicken.

Danach hat Jari uns beauftragt, uns um eine Bewerbung an „Leonardo“ zu kuemmern. Das ist die Organisation, die auch unseren Aufenthalt ermöglicht. Um finnische Studenten nach Berlin und Polen schicken zu können, sollten wir Bewerbungsschreiben erstellen und uns ein Logo ausdenken, das fuer dieses Projekt taugt.  „–>ITourism<–“ hat das Rennen gemacht, da es im wesentlichen darum geht, dass Auszubildende aus der IT-Branche und aus dem Tourismus zusammenarbeiten, um voneinander zu profitieren. Ueber dieses Thema habe ich dann auch noch einen zweiseitigen “wissenschaftlichen Artikel“ verfasst, der der Bewerbung beigelegt wird.

Insgesamt ist die Atmosphäre hier sehr gut. In FIN spricht man sich mit Vornamen an. Das Wort „Boss“ wird hier vermieden, da auch ein Praktikant oder Auszubildender nicht als „Befehlsempfänger“ gesehen wird. Gestern hat mich der Sportlehrer (Markus) zu seinem allwöchentlichem Fussballspiel mitgenommen, bei dem sich jeden Mittwoch ein paar Jungs (und auch ein Mädchen) treffen, um einen guten, freundschaftlichen Kick zu haben. Ich habe mich also durchaus gut integriert und hoffe das ich weiterhin viele wichtige Aufgaben haben werde.

Bis bald

Heiko

Eine Antwort schreiben