Die Kunst der klaren Kommunikation

Hallo Leserinnen und Leser,

Wie ihr aus dem Artikel ueber unsere Vorbereitungen vielleicht schon wisst hatten wir 20 Stunden Finnisch im Vorfeld unseres Abenteuers. Mit anderen Worten wir beherrschen die Sprache.

Wieso also nicht rausgehen und anwenden? So schwer wird das doch nicht sein, wenn man sich Muehe gibt die Wörter richtig auszusprechen…..

Aber was passiert wirklich wenn man mit ein wenig Mut und ein wenig mehr Selbstueberschätzung zu verschleiern versucht, dass man nur ein Tourist ist?

Nun, manchmal geht alles gut. Man sagt seine drei Worte und der Finne gibt einem was man beispielsweise kaufen will. Aber was, wenn das undenkbare passiert? Wenn der Finne plötzlich eine Gegenfrage stellt? Wer konnte denn damit rechnen???

OK! Erwischt! Sie haben es vielleicht noch nicht gemerkt, aber ich bin gar kein Finne…… Nun ist es Zeit den zweiten von ungefähr fuenf Sätzen auszupacken, den man in seinem Repertoir hat: En ymmärrä (ich vestehe nicht) Falls das noch nicht genuegt muss man bis zum Äusserssten gehen und nochmal nachlegen: Sina puhut englantia? (Sprichst du Englisch?)

Nun gibt es drei mögliche Reaktionen, die sich zwar abwechseln, aber in ihrer Form immer wiederkehren:

1. 

Der Finne wiederholt alles auf Englisch. Dies ist die beste der drei Möglichkeiten. Zwar versteht man meistens nur 2 Wörter des gesamten englischen Satzes, aber in der Regel kommt man an sein Ziel.

2.

Der Finne erstarrt zur Salzsäule. Er hat Angst und verzieht das Gesicht. (Was will der Tourist von mir?)     dann……. Stille…….

eine peinliche Sekunde…

eine zweite peinlichere Sekunde…

die dritte Sekunde verstreicht – der Inbegriff der peinlichen Pause

und dann plötzlich.. BOOM!!! eine Explosion! (die Phase der Zeichensprache beginnt)

Der Finne rudert mit den Händen, was dann soviel bedeuten soll wie: „Ich sprech doch kein Englisch, du Vogel!“

3.

Die dritte Möglichkeit ist: Der Finne ist besoffen. Dann quatscht er dich weiter auf Finnisch zu. In diesem Fall muss man sich in Geduld ueben. An der ein oder anderen Stelle ein gelegentliches Nicken, ab und zu ein „niin“ oder „kyllä“(beides ja) – aber vorsicht! Auf keinen Fall versuchen einen finnischen Satz zu bilden. Wenn der Finne Interesse wittert ist der Rueckflug am 5.4. gefährdet…

Das gleiche gilt natuerlich auch fuer Finninen. Aus Gruenden der Ökonomie habe ich allerdings darauf verzichtet jedesmal beide Formen zu verwenden.

Bis bald

Heiko

Eine Antwort zu „Die Kunst der klaren Kommunikation“

  1. Mama sagt:

    Du hättest Journalist werden sollen, deine Kommentare sind höchst amüsant. Ich bin stolz auf dich. Weiterhin viel Spaß bei deinen Abenteuern mit den Finnen im allgemeinen und den finnischen Busfahrern im besonderen.

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